Italien im Skandaljahr 1992. Die Aufdeckung eines weit verzweigten Bestechungssystems bringt die erste Republik zu Fall. Regierende Parteien sind darin verstrickt. Man hofft auf einen Neuanfang. «Italien 1992 – Die Zukunft ist noch nicht geschrieben» zeigt aus der Perspektive zweier junger Ermittler, eines smarten Marketingexperten, eines wütenden Irakveteranen, eines ambitionierten Fernsehsternchens und einer Industriellen-Erbin, wie alte und neue Seilschaften um Einfluss ringen und so Silvio Berlusconi schliesslich den Weg an die Macht ebnen.
Mailand 1992. Mario Chiesa (Valerio Binasco) wird wegen Korruption verhaftet. Hinter den Ermittlungen steht die Sonderabteilung Mani pulite von Staatsanwalt Antonio di Pietro (Antonio Gerardi). Dieser vermutet, dass sich die Drecksgeschäfte Chiesas nicht auf Bagatelldelikte beschränken, sondern weiterreichen. Druck wird aufgesetzt, und dann packt Chiesa aus. Ans Licht kommt ein ausgeklügeltes System von Bestechungen und Vetternwirtschaft, das die politischen und wirtschaftlichen Spitzen ganz Italiens umfasst und bis weit in die Unterwelt reicht. Unter dem Namen «Tangentopoli» zieht der Skandal seine Kreise, bis schliesslich die erste Republik zusammenbricht und mit ihr auch die etablierten Parteien weggefegt werden.
Für kurze Zeit besteht die Hoffnung auf einen Neuanfang. Neue Parteien entstehen, linke wie rechte. Doch auch die alten Kräfte versuchen, das entstandene Machtvakuum zu füllen. Auf ihrer Suche nach einer Figur, die als Kopf einer neuen Bewegung ins Parlament einziehen könnte, gerät bald einmal ein steinreicher Medienmogul mit politischen Ambitionen in den Fokus: Silvio Berlusconi. In dieser Ausnahmesituation kreuzen sich die Lebensbahnen unterschiedlichster Menschen, wie jene der beiden Ermittler Luca Pastore (Daniele Domenico) und Rocco Venturi (Alessandro Roja), jene des smarten Marketingexperten Leonardo Notte (Stefano Accorsi), des grobschlächtigen Irakveteranen Pietro Bosco (Guido Caprino), des ambitionierten, aber nicht sonderlich erfolgreichen Fernsehsternchens Veronica Castello (Miriam Leone) und der Industriellentochter Bibi Mainaghi (Tea Falco). Sie alle werden vom Strudel jenes Wandels erfasst, in dem die Macht erringt, wer die Medien kontrolliert.
Die zehnteilige Fernsehserie «Italien 1992 – Die Zukunft ist noch nicht geschrieben» leuchtet in die jüngere Vergangenheit des Landes. Das Jahr bedeutete einen Bruch mit dem seit fast einem halben Jahrhundert etablierten politischen System. Die Parteienlandschaft Italiens wurde umgepflügt, und in der Folge etablierten sich etwa mit Forza Italia oder der Lega Nord neue Kräfte. Die Schöpfer von «Italien 1992» – Alessandro Fabbri, Ludovica Rampoldi und Stefano Sardo – haben reale historische Ereignisse und Persönlichkeiten mit den Geschichten von erfundenen Personen verwoben. Entstanden ist, vor dem Hintergrund des Aufstiegs von Silvio Berlusconi, ein dramatisches Zeitbild, das die Atmosphäre jener Tage auf faszinierende Weise einfängt. Auf der Darstellerliste figurieren bekannte (unter anderen Stefano Accorsi) wie auch frische Gesichter (Miriam Leone). Als «1992» in Italien über den Sender ging, wurde die Ausstrahlung von Klageandrohungen aus Berlusconis Umfeld begleitet. Nichts aber konnte verhindern, dass sich «Italien 1992» zum Publikumsrenner entwickelte. Dieser fügt sich nahtlos in eine Reihe mit aktuellen italienischen Serienhits (wie beispielsweise «Gomorrah») ein. SRF zwei zeigt die zehn Folgen der Serie ab dem 6. Januar 2017 jeweils in Doppelfolgen, freitags ab 23.00 Uhr.
Am 5. Januar 2017 zeigt SRF 1 im Rahmen von «Delikatessen» vorab den Dokumentarfilm «Belluscone – Eine sizilianische Geschichte». Der kontroverse Filmemacher Franco Maresco geht hier im Gespräch mit allerlei schillernden Gestalten dem libidinösen Verhältnis zwischen den Sizilianern und Silvio Berlusconi auf den Grund. Was ist es, das die beiden im Innersten zusammenhält? Die anarchische Grundhaltung? Die gemeinsamen Leichen Im Schrank? Die Liebe zur Volksmusik?
«Italien 1992 – Die Zukunft ist noch nicht geschrieben»: (Folge 1: «Wildschweine»)
Freitag, 6. Januar 2017, 23.00 Uhr, SRF zwei
«Italien 1992 – Die Zukunft ist noch nicht geschrieben»: (Folge 2: «Fledermäuse»)
Freitag, 6. Januar 2017, 23.55 Uhr, SRF zwei
«Belluscone – Eine sizilianische Geschichte»
Donnerstag, 5. Januar 2017, 24.00 Uhr, SRF 1 («Delikatessen»)




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